Buch des Monats Dezember – Kritik der Religion und Esotherik

Nach fast einem Jahr Pause stellen wir euch mal wieder ein Buch aus dem Bestand der Bibliothek_A vor. Es ist Dezember, das Jahr fast zu Ende, alle im Stress und die Keksdosen voll. Weihnachten. Aber nicht nur das Christentum hat Konjunktur diese Tage. Daher stellen wir euch das Buch Kritik der Religion und Esotherik aus der Reihe theorie.org von Manuel Keller vor:
In der arabischen Welt ist theokratischer Islamismus auf dem Vormarsch, in den U.S.A. grassieren fundamentalistische evangelische Sekten, die Anläufe unternehmen, Darwins Evolutionstheorie durch biblische Offenbarungen zu ersetzen und in den ehemaligen Ostblockländern sind die christlichen Konfessionen auf dem Vormarsch. Angesichts dieser Entwicklungen liegt es nahe, die bisher verwendeten Argumentationsmuster der Religionskritik Revue passieren zu lassen und nachzufragen, ob sie für das 21. Jahrhundert unverändert taugen. Oder haben etwa doch diejenigen Recht, die behaupten, das religiöse Bewusstsein gehöre nun einmal zum Menschen und müsse daher weiterbestehen, solange es Menschen gibt?
Kellner verfolgt deshalb verschiedene Formen der Religionskritik von der Frühscholastik über die Aufklärung und Hegels Ansatz, den personifizierten Gott durch die Logik oder den Weltgeist zu ersetzen. Als Wendepunkt der Religionskritik macht er Feuerbach aus, der die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, für überholt erklärt und sich der Frage widmet, wie Gott in die Köpfe der Menschen kommt. Ein Ansatz, der fast unweigerlich zu Marx führt, der fordert, dass von der Kritik der Religion zur Kritik des Jammertals übergegangen werden müsse, auf dessen Boden Religion gedeihe, und zu Freud, für den religiöse Inhalte Projektionen des menschlichen Familienlebens sind. Schließlich bezieht Kellner wichtige Thesen moralisch motivierter Religionskritiker, wie Bucharin und Most, in seine Überlegungen ein.

Buch des Monats Oktober – Was tun gegen rechts

Besser spät als nie gibt stellen wir euch im Oktober nun endlich mal wieder ein Buch aus dem Bestand der Bibliothek_A vor.
Nach dem sich am kommenden Samstag (17.10.) schon zum 5. mal Neonazis öffentlich in Rosenheim versammeln wollen wir euch das das Buch „Was tun gegen rechts“ von Jens Mecklenburg (Hrg.) vorstellen.

„Wissenschaftler, Journalisten, Politiker sowie Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen, antifaschistischen Organisationen und Initiativen untersuchen die Möglichkeiten und Konzepte, um gegen rechtsextreme Einstellungspotentiale und Gewaltbereitschaft vorzugehen.
Die unterschiedlichen Blickwinkel und praktischen Erfahrungen der Autoren bieten umfassende Denkanstöße. Die Beiträge reichen von der Vorstellung einzelner Initiativen, ihrer Ansatzpunkte, Erfolge und Mißerfolge bis zum Aufzeigen gesamtgesellschaftlicher Perspektiven.

Mit „Was tun gegen rechts“ versuchen die Autorinnen und Autoren, Antworten anzubieten. Patentlösungen kann es nicht geben. Zu komplex sind die Ursachen und Wirkungen von rechtsextremen und rassistischen Einstellungen und Handlungen. Eins ist aber klar: Die Verantwortung für die Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus liegt bei allen in der Gesellschaft.“

anarchistischebibliothek.org geht online!

Wir haben folgendes mail erhalten:

GenossInnen, MitstreiterInnen und GefährtInnen,

die anarchistischebibliothek.org geht online! Seit 2009 sammelt und archiviert theanarchistlibrary.org anarchistische Texte auf Englisch. Bisher gab es 6 Schwesternseiten in schwedischer, russischer, finnischer, mazedonischer, spanischer und serbokroatischer Sprache. Jetzt folgt die Deutschsprachige.

Wir nehmen an, dass die Eine oder der Andere von euch mit der englischen Version der Seite vertraut ist, dennoch wollen wir hier kurz zusammenfassen, was die Seite bietet: Die Texte, die die Seite füllen, sind sowohl als einfacher Fließtext abrufbar, als auch als lese-Pdf, Broschüren-Pdf, E-Book, und Html-file. Es können eigenständig Texte hinzugefügt und Texte mittels der „Buchbinder-Funktion“ zu Broschüren und Büchern zusammengesetzt werden.

Bis jetzt finden sich auf der Seite in etwa 200 Texte. Nach und nach werden immer mehr Texte aller Strömungen des Anarchismus die Seite füllen. Wir bitten jedoch um Gedult, da einzelne Feinheiten wie z.B. eine endgültige thematische Indexierung der Texte, wohl noch Wochen und Monate, vielleicht Jahre, dauern werden.

(…)

Also geht mal auf: http://anarchistischebibliothek.org/library

Juli-Buch: „Deutschland treibt sich ab“

Am Sa 25. Juli 2015 ist in Salzburg ein Aufmarsch von „klerikal-faschistischen AbtreibungsgegnerInnen, welches nach dem Muster der „1000 Kreuze Märsche“ stattfindet. Organisiert werden diese von EuroProLife (Lebenszentrum München), in Salzburg gemeinsam mit Human Life International (HLI, Lebenszentrum Salzburg). Der „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg ist ein Treffen christlicher AntifeministInnen aus Österreich, Bayern und Südtirol“(1). Aus diesem Grund wird es Proteste u.a. in Form einer Pro-Choice-Demo geben. Diese startet am 25. 7. 2015 um 12:30 Uhr am Hauptbahnhof Salzburg (2).

Wir haben „Deutschland treibt sich ab“ von den apabiz Aktivist*innen Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen als unser Buch des Monats ausgewählt. Sozusagen als Literatur zur Demo. Das Büchlein ist als „band 12“ der unrast transparent reihe „rechter rand“ erschienen.

Die expliziten Anti-Abtreibungsorganisationen, christlicher Fundamentalismus und neurechter Antifeminismus drängen auch in Deutschland mit ihren Kampagnen in die Öffentlichkeit.
Dabei können sie sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die von einem breiten Spektrum verschiedener Gruppen bestimmt werden. In der Publikation werden die antidemokratischen Potenziale der selbsternannten „Lebensschützer“ herausgearbeitet.

»Wer sich mit christlichem Fundamentalismus befasst, wird an dieser soliden und faktenreichen Einführung nicht vorbeikommen.«
Sandra Schönlebe, konkret, 12/2014
»… mit zahlreichen Fakten und Beispielen belegt, was der geringe Umfang des Buches nicht unbedingt hätte erwarten lassen.«                                  Mona Grosche, junge Welt, 20.02.15
»Als Einführung ist das Buch mit seinen vielen Verweisen und Erläuterungen empfehlenswert.«
Florian Osuch, analyse & kritik Nr. 603, 17.03.2015
»Die detaillierte Analyse inhaltlicher Positionen und Argumente, wie sie von den Anti‑Abtreibungsorganisationen verwendet werden, verleiht dem Band nicht nur einen überaus guten Einführungscharakter, sondern macht ihn gar zu einem Lehrstück politischer Aufklärung. Das ist bei wissenschaftlichen Büchern äußerst selten, doch hier gelingt es.«
Matthias Lemke, pw-portal, 13.05.2015

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Autor*innen: Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen
Titel: »Deutschland treibt sich ab«
Untertitel: Organisierter ›Lebensschutz‹, christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus
ISBN 978-3-89771-121-1
Erscheinungsdatum: August 2014
Seiten: 98

Übrigens haben die Infoladen-Frauen* aus Salzburg, welche sich jahrelang mit fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen rumschlagen, eine“Pro Choice is ois!” Broschüre herausgebracht. Hier findet ihr unsere Broschüre “Pro Choice is ois!” als pdf zum Download:
https://infoladensalzburg.files.wordpress.com/2015/06/bildschirm_pdf.pdf

Buch des Monats März – Kiew Unabhängigkeitsplatz – Verlauf und Hintergründe der Bewegung auf dem Majdan von Roman Danyluk

Im Hinblick auf die Veranstaltungsreihe zur Ukraine (Ende März im Z, Filmvorführung, Foto – Ausstellung, Vortrag und Workshop mit Roman Danyluk) stellt die Bibliothek_A im März das Buch „Kiew Unabhängigkeitsplatz“ von Roman Danyluk vor.

Was ist auf dem Kiewer Majdan-Platz wirklich passiert und wie ist diese Basisbewegung einzuordnen? Handelte es sich um einen breiten sozialen Aufstand oder doch nur um einen autoritären Staatsstreich? Und was wird in der Ukraine aktuell ausgefochten?

Diesen und anderen Fragen geht Roman Danyluk in diesem Buch nach. Er legt dabei den Schwerpunkt auf die sozialen Probleme des Landes und rekonstruiert noch einmal die Selbstermächtigung der vielen Menschen, die sich über politische und kulturelle Lagergrenzen hinweggesetzt haben, um gemeinsam gegen ein autoritäres und autokratisches Regime zu kämpfen. Auch der Einfluss der rechtsextremen Kräfte in dieser Bewegung kommt ausfühlich zur Sprache.

Die Bewegung auf dem Majdan hat zu dramatischen Entwicklungen geführt, wobei sich das Land rasch in einem ernsthaften internationalen Konflikt wiederfand. Konnte die Ukraine bislang von ihrer geographischen Lage zwischen der EU und Russland eher profitieren, so hat sich die neue Regierung ganz dem Westen ausgeliefert. Diese Entscheidung hat schon jetzt katastrophale Folgen: Rigide Sparmaßnahmen, sinkender Lebensstandard, Separatismus und Bürgerkrieg, Annexion der Krim durch Russland.

Wie konnte es dazu kommen? Und gibt es Auswege aus dieser Gefährlichen Situation, die den Menschen in der Ukraine eine Perspektive auf ein besseres Leben eröffnen? Auch das ist Thema dieses Buches