Archiv der Kategorie 'Veranstaltungen'

Buch des Monats: „Sperlingskinder“ von Antje Kosemund

Am Samstag 02.06.18 kommt die Zeitzeugin Antje Kosemund (Stiftung Auschwitz-Komitee) nach Wasserburg und referiert zum Thema Euthanasie während des Nationalsozialismus und deren Aufarbeitung. Die Veranstaltung wird von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Kooperation mit der Gruppe „contre la tristesse“ und dem Kurt Eisner Verein organisiert und findet im Rahmen einer Exkursionsreihe zu kaum bekannten NS-Gedenkstätten im Raum Rosenheim statt. Die Teilnahme an der Führung und dem Zeitzeugengespräch ist kostenlos. Aus Rosenheim gibt es eine Exkursionsfahrt. Diese startet um 12:15 Uhr am Bahnhof Rosenheim. Die Kosten für die Zugfahrt nach Wasserburg müssen die Teilnehmenden selbst bezahlen.
Weitere Informationen gibt es unter: https://contre.rosenheim.tk/nationalsozialismus-in-rosenheim/

Wir nehmen die Exkursion zum Anlass, das 2011 im VSA Verlag erschienene Buch „Sperlingskinder“ von Antje Kosemund zu unserem Buch des Monats zu küren:

Antje Kosemund
Sperlingskinder

Faschismus und Nachkrieg:
Vergessen ist Verweigerung der Erinnerung!
184 Seiten | mit zahlreichen Fotos | 2011 | EUR 16.80
ISBN 978-3-89965-494-3

Antje Kosemund erzählt die Geschichte ihrer Familie. Ihre Erinnerungen und ihr Wirken bis in die Gegenwart sind Zeugnis für ein widerständiges Leben – gegen die Verdrängung der Wunden, die Faschismus, Kriegszeit und Nachkriegszeit bei vielen Opfern und ihren Angehörigen hinterlassen haben.
Das von der Autorin beschriebene Lebensbild reicht zurück bis zum November 1932, als die Hitler-Diktatur bereits ihre Schatten voraus warf. Die Verhaftung des Vaters Bruno Sperling durch die Gestapo im Mai 1933, die Ängste und Einschränkungen während der NS-Zeit wurden zu prägenden Erfahrungen.
Sie haben Antje Kosemund nicht entmutigt – im Gegenteil. Die letzten Worte der früh verstorbenen Mutter, »Pass gut auf die Kleinen auf«, wurden ihr zur Verpflichtung. Ein Schwerpunkt ihrer Geschichte ist daher die Gedenkarbeit für die lange vergessene Schwester Irma, die als Kind dem »Euthanasie«-Mordprogramm der Nazis zum Opfer fiel. Die Kraft und Hartnäckigkeit, die notwendig waren, um ihr und ihren Leidensgefährtinnen endlich einen würdigen Gedenkort zu schaffen, zeigt: Erinnerung kann befreiend sein!

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Des weiteren wollen wir auf ein weiteres zu dem Thema passendes Buch aus dem Bibliothek_A Bestand hinweisen: „Psychiatrie im Nationalsozialismus: Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945“ (Signatur nat-C1):
In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 20.000 psychisch kranke Menschen aus Bayern ermordet oder starben einen qualvollen, bewusst herbeigeführten Hungertod. Die bayerischen Heil- und Pflegeanstalten selbst, die eigentlich zur Betreuung und zum Schutz ihrer Patienten gegründet worden waren, beteiligten sich aktiv an den Verbrechen. Beschäftigte der heutigen bayerischen Bezirkskrankenhäuser haben diese Taten anhand der Archive ihrer Häuser aufgearbeitet und das jahrzehntelange Schweigen gebrochen. Das daraus entstandene und bereits 1999 erschienene (inzwischen ausverkauft) Buch, gilt als einzigartige Standardwerk und ist weiterhin aktuell. Lokalgeschichtlich ist besonders der Beitrag von Hans Ludwig Bischof zur „Heil- und Pflegeanstallt Gabersse“ (S. 363 ff.) interessant.

Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. – Unser Buch des Monats

In Rosenheim findet derzeit die Veranstaltungsreihe „Kein Schlussstrich – NSU Komplex und rechter Terror in Bayern“ statt. Passend dazu haben wir unser Buch des Monats ausgewählt: Der Katalog zur Ausstellung „ Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945“ des NS-Dokumentationszentrums München (noch bis 02.04.18)
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Mi 17.01.: Buchvorstellung Untergangster des Abendlandes.

Untergangster des Abendlandes. Das Buch über die rechtsextremen Identitären
Buchvorstellung und Diskussion mit den Herausgeber*innen.

Mi, 17.11.18 | 20:00 Uhr | Z linkes Zentrum, Innstr 45, Rosenheim

Lesung Untergangster Rosenheim

Die rechtsextremen „Identitären“ gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Österreich. Ihr „Erfolgsrezept“ liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression nach dem „Verbotsgesetz“ aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.

Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der „Identitären“ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.

Der vorliegende Sammelband nimmt daher eine kritische Analyse dieser Selbstinszenierungen vor, indem die hinter dem „identitären“ Denken stehenden Vordenker und Ideologeme wie (Neo-)Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus analytisch durchdrungen und mit anderen Formen des Rechtsextremismus in Verbindung gesetzt werden. Ergänzend werden bislang vernachlässigte Themen wie subkulturelle Bezüge der „Identitären“, propagierte Geschlechterbilder, Rhetoriken der Angst sowie ihr Verhältnis zu Islamismus und eurasischer Ideologie ins Zentrum der Analyse gerückt.

Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der rechtsextreme Charakter der „Identitären“ begründen lässt und inwiefern von einer modernisierten Form des Rechtsextremismus gesprochen werden kann. Insbesondere wird hierbei auf die ideologischen und personellen Überschneidungen zum völkischen Verbindungsmilieu in Österreich eingegangen.

Die Veranstaltung wird von der Gruppe „contre la tristesse“ in Kooperation mit der „Bibliothek A“ organisiert.

„Die AfD und die soziale Frage“

Am Sonntag 17.12.17 kommt der Gewerkschafter und Publizist Stefan Dietl nach Rosenheim und stellt sein aktuelles Buch „Die AfD und die soziale Frage“ vor. Dieses Buch ist auch unser Buch des Monats im Dezember:

„Die besorgniserregenden Wahlerfolge und die zunehmende Verankerung der AfD in der deutschen Parteienlandschaft führen unter ihren Gegner*innen zu kontroversen Debatten darüber, wie der Rechtspartei zu begegnen sei. Während einige darauf setzen, die AfD als unsozial zu brandmarken und über ihre neoliberale Programmatik aufzuklären, verweisen andere auf die teils antikapitalistische Rhetorik führender Parteifunktionäre und warnen vor der gefährlichen Kombination aus rassistischer Hetze und sozialer Demagogie.
Um zu klären, welche Rolle die soziale Frage in der AfD tatsächlich spielt, untersucht Stefan Dietl die sozialpolitische Ausrichtung der Partei anhand ihres im Mai 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramms und der vorhergehenden Debatten zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei. Dabei zeigen sich sowohl die marktradikalen Positionen der AfD als auch ihre im »völkischen Antikapitalismus« verwurzelten Inhalte.
Dem Autor gelingt eine anschauliche Darstellung der aktuellen sozial- und wirtschaftspolitischen Programmatik der AfD vor dem Hintergrund des Kräftezerrens zwischen Marktradikalen und völkischen Nationalisten. Doch Dietl liefert auch eine Problemanalyse bisheriger Versäumnisse der Gewerkschaften im Umgang mit der AfD und ihrem Klientel – und entwirft gewerkschaftliche Gegenstrategien.“

Die Veranstaltung am 17.12.17 beginnt um 19:00 Uhr im Z, dem linken Zentrum in der Rosenheimer Innstraße 45a. Der Eintritt ist frei. Organisiert wird die Veranstaltung von „Contre La Tristesse“ in Zusammenarbeit mit der Bibliothek_A, der infogruppe rosenheim und dem Kurt Eisner Verein.
Im Z kann das Buch auch ab sofort durchgeblättert werden. Momentan findet ihr es auf dem „Buch des Monats“ Ständer, und dann zukünftig mit der Signatur „???“ in der Bibliothek_A.

Do, 12.10.: Fronten – Krimilesung und Gespräch mit dem Autor Leonhard F. Seidl

Am Donnerstag, dem 12. Oktober, kommt der Schriftsteller Leonhard F. Seidl nach Rosenheim und liest aus seinem aktuellen Krimi „Fronten“.Das Buch, erschienen bei Edition Nautilus, ist ein Kriminalroman nach einem wahren Fall: Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein »Reichsbürger« sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten.

Lesung Fronten Rosenheim (mehr…)