Archiv der Kategorie 'Buch des Monats'

Juli-Buch: „Deutschland treibt sich ab“

Am Sa 25. Juli 2015 ist in Salzburg ein Aufmarsch von „klerikal-faschistischen AbtreibungsgegnerInnen, welches nach dem Muster der „1000 Kreuze Märsche“ stattfindet. Organisiert werden diese von EuroProLife (Lebenszentrum München), in Salzburg gemeinsam mit Human Life International (HLI, Lebenszentrum Salzburg). Der „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg ist ein Treffen christlicher AntifeministInnen aus Österreich, Bayern und Südtirol“(1). Aus diesem Grund wird es Proteste u.a. in Form einer Pro-Choice-Demo geben. Diese startet am 25. 7. 2015 um 12:30 Uhr am Hauptbahnhof Salzburg (2).

Wir haben „Deutschland treibt sich ab“ von den apabiz Aktivist*innen Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen als unser Buch des Monats ausgewählt. Sozusagen als Literatur zur Demo. Das Büchlein ist als „band 12“ der unrast transparent reihe „rechter rand“ erschienen.

Die expliziten Anti-Abtreibungsorganisationen, christlicher Fundamentalismus und neurechter Antifeminismus drängen auch in Deutschland mit ihren Kampagnen in die Öffentlichkeit.
Dabei können sie sich auf gesellschaftliche Diskurse berufen, die von einem breiten Spektrum verschiedener Gruppen bestimmt werden. In der Publikation werden die antidemokratischen Potenziale der selbsternannten „Lebensschützer“ herausgearbeitet.

»Wer sich mit christlichem Fundamentalismus befasst, wird an dieser soliden und faktenreichen Einführung nicht vorbeikommen.«
Sandra Schönlebe, konkret, 12/2014
»… mit zahlreichen Fakten und Beispielen belegt, was der geringe Umfang des Buches nicht unbedingt hätte erwarten lassen.«                                  Mona Grosche, junge Welt, 20.02.15
»Als Einführung ist das Buch mit seinen vielen Verweisen und Erläuterungen empfehlenswert.«
Florian Osuch, analyse & kritik Nr. 603, 17.03.2015
»Die detaillierte Analyse inhaltlicher Positionen und Argumente, wie sie von den Anti‑Abtreibungsorganisationen verwendet werden, verleiht dem Band nicht nur einen überaus guten Einführungscharakter, sondern macht ihn gar zu einem Lehrstück politischer Aufklärung. Das ist bei wissenschaftlichen Büchern äußerst selten, doch hier gelingt es.«
Matthias Lemke, pw-portal, 13.05.2015

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Autor*innen: Eike Sanders, Ulli Jentsch, Felix Hansen
Titel: »Deutschland treibt sich ab«
Untertitel: Organisierter ›Lebensschutz‹, christlicher Fundamentalismus und Antifeminismus
ISBN 978-3-89771-121-1
Erscheinungsdatum: August 2014
Seiten: 98

Übrigens haben die Infoladen-Frauen* aus Salzburg, welche sich jahrelang mit fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen rumschlagen, eine“Pro Choice is ois!” Broschüre herausgebracht. Hier findet ihr unsere Broschüre “Pro Choice is ois!” als pdf zum Download:
https://infoladensalzburg.files.wordpress.com/2015/06/bildschirm_pdf.pdf

Buch des Monats März – Kiew Unabhängigkeitsplatz – Verlauf und Hintergründe der Bewegung auf dem Majdan von Roman Danyluk

Im Hinblick auf die Veranstaltungsreihe zur Ukraine (Ende März im Z, Filmvorführung, Foto – Ausstellung, Vortrag und Workshop mit Roman Danyluk) stellt die Bibliothek_A im März das Buch „Kiew Unabhängigkeitsplatz“ von Roman Danyluk vor.

Was ist auf dem Kiewer Majdan-Platz wirklich passiert und wie ist diese Basisbewegung einzuordnen? Handelte es sich um einen breiten sozialen Aufstand oder doch nur um einen autoritären Staatsstreich? Und was wird in der Ukraine aktuell ausgefochten?

Diesen und anderen Fragen geht Roman Danyluk in diesem Buch nach. Er legt dabei den Schwerpunkt auf die sozialen Probleme des Landes und rekonstruiert noch einmal die Selbstermächtigung der vielen Menschen, die sich über politische und kulturelle Lagergrenzen hinweggesetzt haben, um gemeinsam gegen ein autoritäres und autokratisches Regime zu kämpfen. Auch der Einfluss der rechtsextremen Kräfte in dieser Bewegung kommt ausfühlich zur Sprache.

Die Bewegung auf dem Majdan hat zu dramatischen Entwicklungen geführt, wobei sich das Land rasch in einem ernsthaften internationalen Konflikt wiederfand. Konnte die Ukraine bislang von ihrer geographischen Lage zwischen der EU und Russland eher profitieren, so hat sich die neue Regierung ganz dem Westen ausgeliefert. Diese Entscheidung hat schon jetzt katastrophale Folgen: Rigide Sparmaßnahmen, sinkender Lebensstandard, Separatismus und Bürgerkrieg, Annexion der Krim durch Russland.

Wie konnte es dazu kommen? Und gibt es Auswege aus dieser Gefährlichen Situation, die den Menschen in der Ukraine eine Perspektive auf ein besseres Leben eröffnen? Auch das ist Thema dieses Buches

Buch des Monats (Feb 15) :Riot Grrrl Revisited!

„Das gehört in jede Pop-Bibliothek“ schrieb das Missy Magazine über das von Katja Peglow und Jonas Engelmann herausgegebene Buch „Riot Grrrl Revisited“. Wir, die Bibliothek_A, sind zwar keine Pop sondern eine Politbibliothek, aber gerade deshalb haben wir das Werk über die „Geschichte und Gegenwart einer feministischen Bewegung“ zu unserem Buch des Monats gemacht. Die „erweiterte Auflage des Standardwerks“ könnt ihr gerne als Intro zum internationalen Frauenkampftag (8.03 – überall) oder als Begleitbuch zum politischen Film „Princesses, Popstars & Girl Power“ (So, 01.03.15, 19:00 Uhr im Z) sehen.
Mit ihrem 1991 veröffentlichten Manifest brachten die Riot Grrrls die Verhältnisse mit der Forderung nach einer »Revolution Girl Style Now« zum brodeln. Das legendäre feministische Pamphlet gilt als Initialzündung der Riot-Grrrl-Bewegung, die in den Neunzigern in den USA ihren Anfang nahm und hierzulande zum Girlietum verwässert wurde. »Riot Grrrl Revisited« schreibt die Geschichte des revolutionären Kulturkampfes auf und zeigt, was von der radikalen Bewegung geblieben ist.
Mit Interviews und Essays zu Themen wie Ladyfesten, Riot Grrrl in Deutschland, Queercore und Riot Grrrls im Film.
Die erweiterte Neuauflage enthält zusätzlich Kapitel Essays zu den Hintergründen, FreundInnen und Feinden des russischen Bandprojekts Pussy Riot, das nach der Verhaftung dreier Mitglieder global eine ungeahnte Solidarität erfahren hat, sowie zu den global stattfindenden Slutwalks, auf denen sich weltweit hunderttausende Menschen gegen sexualisierte Gewalt positionieren.

Titel: Riot Grrrl Revisited!
Herausgeber*innen: Katja Peglow und Jonas Engelmann
Seiten: 216, broschiert
Verlag: Ventil Verlag;
Auflage: 2 (27. Februar 2013)
ISBN 978-3-931555-47-4
Preis: 16,90 €

BuchdesMonats: „Es begann in Altötting“

Passend zur Max Brym Lesung am Sonntag (19:00 Uhr -Z) ist auch „Es begann in Altötting“ unser Buch des Monats. Der autobiographischen Roman geht der Frage „Wie war das Leben im stockkatholischen Altötting der 60er und 70er Jahre?“ nach. Max Brym gibt in seinem Werk einen packenden Einblick in die Biografie eines politischen Aktivisten. Die pointierte Darstellung seines Kampfes gegen
Faschismus und Imperialismus, gegen Ausbeutung und Unterdrückung lässt
für den Leser eine ganz andere Seite der jüngeren deutschen Geschichte
erlebbar werden

Titel: Es begann in Altötting
Autor: Max Brym
ISBN: 978-3944264707
Seiten: 166 Seiten
Veröffentlichung: 2015
Verlag: swb-verlag
Preis: 11.80

Zu dem Buch gibt es auch einen Bericht des Lokalfernsehsenders RFO. Im gegensatz zu Rosenheim konnte in Waldkraiburg die Lesung jedoch nicht problemlos stattfinden, wie u.a. hagalil und die Jungel World berichten.

Buch des Monats: Psychiatrie im Nationalsozialismus

Psychiatrie im Nationalsozialismus: Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945

Antje Kosemund hat mehr als 20 Jahre lang Informationen über das Schicksal ihrer Schwester Irma Sperling gesammelt, die als geistig behindertes Kind nach Wien deportiert und ermordet wurde. 2013 wurde die Antifaschistin für ihr besonderem Engagement für die Erinnerung an die Opfer des „Euthanasie-Programms“ der NS-Diktatur mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am So, 11.01.15 kommt die 86 Jährige in das Rosenheimer Z (Innstr 45a) und steht nach Vorführung des Films „Meine Schwester Irma“ für ein Zeitzeug_innengespräch zur Verfügung.

Anlässlich des Besuches von Frau Antje Kosemund präsentieren wir das Buch „Psychiatrie im Nationalsozialismus: Die Bayerischen Heil- und Pflegeanstalten zwischen 1933 und 1945“ als unser Buch des Monats. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden 20.000 psychisch kranke Menschen aus Bayern ermordet oder starben einen qualvollen, bewusst herbeigeführten Hungertod. Die bayerischen Heil- und Pflegeanstalten selbst, die eigentlich zur Betreuung und zum Schutz ihrer Patienten gegründet worden waren, beteiligten sich aktiv an den Verbrechen. Beschäftigte der heutigen bayerischen Bezirkskrankenhäuser haben diese Taten anhand der Archive ihrer Häuser aufgearbeitet und das jahrzehntelange Schweigen gebrochen. Das daraus entstandene und bereits 1999 erschienene (inzwischen ausverkauft) Buch, gilt als einzigartige Standardwerk und ist weiterhin aktuell. Lokalgeschichtlich ist besonders der Beitrag von Hans Ludwig Bischof zur „Heil- und Pflegeanstallt Gabersse“ (S. 363 ff.) interessant. (mehr…)