Archiv der Kategorie 'Buch des Monats'

Untergangster des Abendlandes. unser Buch des Monats

Passend zur Lesung am Mittwoch (17.01.18 – 20:00 Uhr) präsentieren wir den Sammelband „Untergangster des Abendlandes. Ideologie und Rezeption der rechtsextremen ‚Identitären‘“ als unser Buch des Monats Februar.

„Die rechtsextremen ‚Identitären‘ gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Österreich. Ihr „Erfolgsrezept“ liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression nach dem „Verbotsgesetz“ aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.

Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der ‚Identitären‘ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.
Der vorliegende Sammelband nimmt daher eine kritische Analyse dieser Selbstinszenierungen vor, indem die hinter dem „‚identitären‘ Denken stehenden Vordenker und Ideologeme wie (Neo-)Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus analytisch durchdrungen und mit anderen Formen des Rechtsextremismus in Verbindung gesetzt werden. Ergänzend werden bislang vernachlässigte Themen wie subkulturelle Bezüge der ‚Identitären‘, propagierte Geschlechterbilder, Rhetoriken der Angst sowie ihr Verhältnis zu Islamismus und eurasischer Ideologie ins Zentrum der Analyse gerückt.

Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der rechtsextreme Charakter der ‚Identitären‘ begründen lässt und inwiefern von einer modernisierten Form des Rechtsextremismus gesprochen werden kann.“

Das im November 2017 bei Marta Press ( ISBN: 978-3-944442-68-6) erschienene Buch hat 436 Seiten 15 Fachartikel zu den Idäntitären. In das Buch reinlesen könnt Ihr im Z (Buch des Monats Ständer). Das Inhaltsverzeichnis und Autor*inneninfos findet Ihr auch online in der Leseprobe: http://www.marta-press.de/cms/images/leseproben/vorschau-identitaere-2017-11-13seiten-ohne-register

Mi 17.01.: Buchvorstellung Untergangster des Abendlandes.

Untergangster des Abendlandes. Das Buch über die rechtsextremen Identitären
Buchvorstellung und Diskussion mit den Herausgeber*innen.

Mi, 17.11.18 | 20:00 Uhr | Z linkes Zentrum, Innstr 45, Rosenheim

Lesung Untergangster Rosenheim

Die rechtsextremen „Identitären“ gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Akteur*innen des außerparlamentarischen Rechtsextremismus in Österreich. Ihr „Erfolgsrezept“ liegt einerseits darin begründet, sich nach außen hin vom Nationalsozialismus abzugrenzen und so behördlicher Repression nach dem „Verbotsgesetz“ aus dem Weg zu gehen und andererseits gesellschaftlich anschlussfähige Konzepte eines modernisierten völkischen Nationalismus zu propagieren. Dabei bedienen sie sich eines Straßenaktivismus, der geschickt mit Social-Media-Tools inszeniert und verbreitet wird.

Bisherige Auseinandersetzungen mit diesem relativ jungen Phänomen übernahmen nicht selten unkritisch Selbstbezeichnungen der „Identitären“ als „weder links noch rechts“ oder „Neue Rechte“ und ließen dahinter stehende ideologische Denkmuster meist zu kurz kommen.

Der vorliegende Sammelband nimmt daher eine kritische Analyse dieser Selbstinszenierungen vor, indem die hinter dem „identitären“ Denken stehenden Vordenker und Ideologeme wie (Neo-)Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus analytisch durchdrungen und mit anderen Formen des Rechtsextremismus in Verbindung gesetzt werden. Ergänzend werden bislang vernachlässigte Themen wie subkulturelle Bezüge der „Identitären“, propagierte Geschlechterbilder, Rhetoriken der Angst sowie ihr Verhältnis zu Islamismus und eurasischer Ideologie ins Zentrum der Analyse gerückt.

Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie sich der rechtsextreme Charakter der „Identitären“ begründen lässt und inwiefern von einer modernisierten Form des Rechtsextremismus gesprochen werden kann. Insbesondere wird hierbei auf die ideologischen und personellen Überschneidungen zum völkischen Verbindungsmilieu in Österreich eingegangen.

Die Veranstaltung wird von der Gruppe „contre la tristesse“ in Kooperation mit der „Bibliothek A“ organisiert.

„Die AfD und die soziale Frage“

Am Sonntag 17.12.17 kommt der Gewerkschafter und Publizist Stefan Dietl nach Rosenheim und stellt sein aktuelles Buch „Die AfD und die soziale Frage“ vor. Dieses Buch ist auch unser Buch des Monats im Dezember:

„Die besorgniserregenden Wahlerfolge und die zunehmende Verankerung der AfD in der deutschen Parteienlandschaft führen unter ihren Gegner*innen zu kontroversen Debatten darüber, wie der Rechtspartei zu begegnen sei. Während einige darauf setzen, die AfD als unsozial zu brandmarken und über ihre neoliberale Programmatik aufzuklären, verweisen andere auf die teils antikapitalistische Rhetorik führender Parteifunktionäre und warnen vor der gefährlichen Kombination aus rassistischer Hetze und sozialer Demagogie.
Um zu klären, welche Rolle die soziale Frage in der AfD tatsächlich spielt, untersucht Stefan Dietl die sozialpolitische Ausrichtung der Partei anhand ihres im Mai 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramms und der vorhergehenden Debatten zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei. Dabei zeigen sich sowohl die marktradikalen Positionen der AfD als auch ihre im »völkischen Antikapitalismus« verwurzelten Inhalte.
Dem Autor gelingt eine anschauliche Darstellung der aktuellen sozial- und wirtschaftspolitischen Programmatik der AfD vor dem Hintergrund des Kräftezerrens zwischen Marktradikalen und völkischen Nationalisten. Doch Dietl liefert auch eine Problemanalyse bisheriger Versäumnisse der Gewerkschaften im Umgang mit der AfD und ihrem Klientel – und entwirft gewerkschaftliche Gegenstrategien.“

Die Veranstaltung am 17.12.17 beginnt um 19:00 Uhr im Z, dem linken Zentrum in der Rosenheimer Innstraße 45a. Der Eintritt ist frei. Organisiert wird die Veranstaltung von „Contre La Tristesse“ in Zusammenarbeit mit der Bibliothek_A, der infogruppe rosenheim und dem Kurt Eisner Verein.
Im Z kann das Buch auch ab sofort durchgeblättert werden. Momentan findet ihr es auf dem „Buch des Monats“ Ständer, und dann zukünftig mit der Signatur „???“ in der Bibliothek_A.

Buch des Monats Juli: Oskar Maria Graf – „Wir sind Gefangene“

Heute wäre der Schriftsteller Oskar Maria Graf 123 Jahre alt geworden, deshalb präsentieren wir seinen autobiographischen Roman „Wir sind Gefangene“ als Buch des Monats. Oskar Maria Graf verstand sein Schreiben stets als politische Handlung, schrieb früh gegen den Nationalsozialismus an, setzte sich im amerikanischen Exil für den antifaschistischen Kampf ein und beobachte ab 1945 kritisch die politischen Entwicklungen in der Bundesrepublik. Dies ließ ihn auch seine Rückkehr nach Deutschland überdenken: „Hierbleiben? Auf keinen Fall. Ich könnte hier nicht atmen, wo die Mehrheit so satt und selbstzufrieden dahinlebt. Die Situation hier erinnert mich geradezu unheimlich an die Jahre vor 1933!“ (1958, im Gespräch mit seinem Lektor Hans Dollinger) Seinen literarischen Durchbruch hatte er 1927 mit „Wir sind Gefangene“, der Schilderung seiner Kindheit und Jugend bis zu seinen Erlebnissen in der Revolution in München 1918/19. Rückblickend schreibt er über den Erfolg seines Buches: „Jetzt auf einmal fing ich an, gründlich über mich und meine Stellung in der Literatur nachzudenken und landete stets bei der bedrängenden Frage: “ Für was und für wen schreibt man? Ist der Schriftsteller nur da, um höchste Sprachmeisterschaft zu erreichen, um mit subtilster Kenntnis der Psychologie irgendwelche Fälle des wirklichen Lebens verständlich zu machen und seine Leserschaft durch die Kunst seines Erzählertums zu faszinieren, oder besteht seine Aufgabe nicht vielmehr darin, mit seinen Schreiben das Unrecht auf der Welt, wo immer es sich auch zeigt, zu bekämpfen, die Menschen für soziale und moralische Einsichten empfänglich und für sich selbst verantwortlich zu machen, jeden Krieg als Verbrechen zu brandmarken, und auf Gefahr hin, ein Leben lang verkannt und verdächtigt zu werden, stets einer Gesellschaftsordnung das Wort zu reden, in welcher gleiches Recht für jeden gilt und die Freiwilligkeit zur Einordnung in das Ganze schließlich zur sittlichen Regel wird?“ Von da ab wurde mir klar, dass ich nur noch ein Schriftsteller im letzteren Sinn, also zeitlebens ein sogenannter „engagierter“ Schriftsteller sein konnte, dessen Talent zugleich eine unabdingbare menschliche und soziale Verpflichtung war.“ (Oskar Maria Graf, Vorwort zur Neuauflage des Romans, 1965)

Zu Finden ist das Buch unter der Signaturen „bel-G 2″ (linke Belletristik) bei uns in der Bibliothek_­A

Buch des Monats April: „Meine 7 Väter -Als Partisan gegen Hitler und Mussolini“

Am Dienstag, 28.3.2017 kommt Adelmo Cervi ( Reggio Emilia, Italien) nach Rosenheim und stellt sein Buch „Meine 7 Väter -Als Partisan gegen Hitler und Mussolini“ vor. Deshalb haben wir uns entschieden unser Buch des Monats April bereits einige Tage früher zu präsentieren. Also unser Buch des Monats ist das 2016 im Mandelbaum Verlag erschienene Buch „Meine 7 Väter“:

Ein Sohn, der selbst in die Jahre gekommen ist, begibt sich auf die Spurensuche nach seinem Vater und dessen sechs Brüdern. Ihr Schicksal zählt zu den großen Kapiteln der italienischen Resistenza, des Widerstands gegen den Faschismus und die Besatzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht zwischen 1943 und 1945.
Mit ihrer Hinrichtung wurden diese Männer zu Symbolfiguren des Antifaschismus. Doch der Sohn, der seinen Vater nie bewusst kennengelernt hat, will die Geschichte abseits dieses Mythos erzählen und erweckt so das posthum errichtete Denkmal zu neuem Leben. Dabei gibt er einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag, das Denken und Handeln dieser bäuerlichen Familie zwischen Kirche und Kommunismus.

Für die Lesung kommt Adelmo Cervi, der Sohn von Aldo Cervi, dem politischen Kopf der „Banda Cervi“ nach Rosenheim. Zum Zeitpunkt der Hinrichtung seines Vaters und dessen Brüder war er gerade einmal vier Monate alt. Heute lebt der 74 jährige als Pensionist in Reggio Emilia und widmet sich mit voller Kraft der Aufgabe, die Erinnerung an die Resistenza wachzuhalten. Die Veranstaltung welche von der infogruppe rosenheim in Kooperation mit der Bibliothek_A und dem Kurt-Eisner-Verein organisiert wird findet im „Z – linken Zentrum“ in der Innstraße 45a statt. Sie beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Adelmo Cervi
Meine 7 Väter
Als Partisan gegen Hitler und Mussolini aufgezeichnet von Giovanni Zucca, übersetzt von Gernot Trausmuth
422 Seiten
Format 12 × 17
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-652-0
Erscheinungstermin März 2016

Im Z kann das Buch auch ab sofort durchgeblättert werden. Momentan findet ihr es auf dem „Buch des Monats“ Ständer, und dann zukünftig mit der Signatur „???“ in der Bibliothek_A.