Medium des Monats: Kate Manne: „Down Girl“

• Medium des Monats: Kate Manne: „Down Girl“
• Bibliotheken zu –> günstig an Bücher über die bpb
• Veranstaltungstipps:

– Mo. 08.03.21 //16:00 Uhr // Kundgebung zum Frauenkampftag // MJP Rosenheim
Do 11.03.21 – Der Antifeminismus von „AfD“ und „Neuer Rechter“

Medium des Monats: Kate Manne: „Down Girl“

„Brutale Gewalttat am Samstagabend in Rosenheim: Nach Angaben der Polizei hatte ein 53-jähriger Mann versucht, seine von ihm getrennt lebende Frau (51) umzubringen. Das Opfer wurde schwer verletzt, der Mann konnte festgenommen werden.“ (ovb, Mo. 22.02.2021, S.1)

So berichtet die Rosenheimer Lokalzeitung vor wenigen Tagen. Misogynie ist das Thema unseres Mediums des Monats März. Passend zum Frauenkampftag empfehlen wir das Buch „Down Girl“ der Philosophin Kate Manne.

Manne, welche in der Tradition der analytisch feministischen Philosophie arbeitet, zeigt in ihrem Buch, wie sehr Misogynie in der Politik und im öffentlichen Leben verankert ist. Sie geht dabei u.a. den Fragen nach „Was genau ist Misogynie? Worin besteht der Unterschied zum Sexismus?“ Sie schlägt vor:

„Sexismus als den Teil der patriarchalen Ideologie zu sehen, der eine patriarchalische Gesellschaftsordnung rechtfertigt und rationalisiert, und Misogynie als das System, das dessen vorherrschende Normen und Erwartungen durchsetzt und überwacht. Sexismus ist also wissenschaftlich, Misogynie moralisch. Und eine patriarchalische Ordnung hat zudem etwas Hegemoniales.“ (Manne, 2019, S. 59)


Manne entwickelt ein Verständnis, das nicht vom Hass einzelner Männer auf Frauen ausgeht, sondern Misogynie als den Versuch versteht, eine Unterscheidung zu treffen zwischen den „schlechten“ Frauen, die die männliche Vorherrschaft angreifen, und den „guten“, die den Männern die aus ihrer Sicht natürlich zustehende Anerkennung und Fürsorge zukommen lassen. Ihre zentrale These lautet:

„Frauen, die sich auf das Terrain von Männern vorwagen, würden hierfür auch noch im 21. Jahrhundert hart abgestraft. Sexismus sei die Theorie der Frauenverachtung, Misogynie deren konkreter Ausdruck. Diese These versucht sie mit einigen instruktiven Beispielen zu belegen“ (Jungle World, 2019)

Die Autorin veranschaulicht dies etwa an Elliot Rodgers Amoklauf von Isla Vista, der Wutrede des amerikanischen Radiomoderators Rush Limbaugh gegen die Frauenrechtlerin Sandra Fluke oder am Verlauf des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs. Die „guten“ Frauen werden geduldet, wohingegen die „schlechten“ kontrolliert, unterworfen und zum Schweigen gebracht werden müssen. Das ist die Struktur der Misogynie [Bild Inhaltsverzeichnis 1 & 2].
Das englischsprachige Original von „Down Girl“ erschien 2017 bei „Oxford University Press“, 2019 veröffentlichte der Suhrkamp Verlag eine deutsche Übersetzung und 2020 nahm die Bundeszentrale für politische Bildung das Buch in ihr Programm auf. Sie bewirbt es folgendermaßen:

„Warum stimmte 2016 über die Hälfte der weißen Wählerinnen für Donald Trump? Warum erfuhr Hillary Clinton im Gegenzug so viel Hass? Für Kate Manne lautet die Antwort: Misogynie. In ihrem Buch will sie deren Wesen fassen und die Logik begreifen. Misogynie sei nicht als Frauenhass einzelner Personen zu verstehen, sondern als System innerhalb der patriarchalen Gesellschaftsordnung, das Frauen unterwirft, kontrolliert und die männliche Herrschaft aufrechterhält. Dabei unterscheide es zwischen Frauen, die sich der klassischen Rollenerwartung fügen, und jenen, die sich dieser widersetzen. Von Frauen werde erwartet, dass sie Männern Güter wie Liebe, Unterstützung und sexuelle Verfügbarkeit gewähren. Andersherum sei das nicht der Fall. Frauen werden zu „gebenden Menschen“ und dürfen nicht – wie Männer – einfach sein. Erfüllt eine Frau die Erwartung des „nehmenden“ Mannes nicht, kann es sein, dass sie dafür bestraft wird. Kate Manne will mit ihrem Buch Frauen von falschen Verpflichtungen befreien“.

Bibliotheken zu –> günstig an Bücher über die bpb
Seit nun fast einem Jahr hat die Bibliothek_A geschlossen. In den vergangenen Monaten haben wir diverse frei zugängliche Werke zu unserem „Medium des Monats“ gekürt. Dieses mal haben wir uns wieder für ein klassisches Buch entschieden. Aber über die bpb ist das Buch kostengünstig zu erwerben. Die bpb bietet übrigens einige lesenswerte Bücher an. Für die Bibliothek_A habe wir deshalb einige Bücher bestellt [Bild Bücher]. Wir hoffen, dass wie diese bald wieder an Euch verleihen können

Veranstaltungstipps:

Mo. 08.03.21 //16:00 Uhr // Kundgebung zum Frauenkampftag // MJP Rosenheim


Am internationalen Frauenkampftag organisieren feministische Antifaschistinnen eine Kundgebung (alle gender willkommen) am Max-Josefs-Platz. In dem Aufruf heißt es

„ Das Patriarchat bestimmt auch leider weiterhin unsere Gesellschaft. Das zeigen alltägliche sexistische Verhaltensweisen, Heteronormativität, die Belastung durch unbezahlte Care-Arbeit (vor allem während der Corona-Pandemie), Femi(ni)zide und keine reproduktive Selbstbestimmung. Dazu kommen intersektionale Kämpfe, da viele FLINT*- Personen von Mehrfach-Diskriminierung betroffen sind, wie zum Beispiel von Rassismus, Antisemitismus und Ableismus.“

[sharepic ] Weitere Infos gibt es unter ???

Do. 11.03.21 // 19:30 Uhr // Vortag: Der Antifeminismus von „AfD“ und „Neuer Rechter“ // online


Wie oben bereits erwähnt haben wir das Buch als thematisch passend zum Frauenkampftag im März ausgewählt. Unser Veranstaltungstipp zu diesem Thema ist am Donnerstag, den 11. März der Onlinevortrag „Alter Wein in neuen Schläuchen“ über den „Antifeminismus von `AfD` und `Neuer Rechter`“. Auf Einladung des Rosenheimer NoAfd Bündnisses und der Rosenheimer Guppe „Brummsumsln – feministische Perspektiven“ referiert ab 19.30 Uhr die Journalistin Lina Dahm, zum Thema. Der Vortrag ist Teil der Rosenheimer Veranstaltungsreihe „Rechtsaußen ist keine Alternative“. Interessierte an dem Vortrag, können sich per Email an noafd-rosenheim[ät]riseup.net anmelden und erhalten dann den Zugangslink zur Veranstaltung. Weitere Infos gibt es unter https://noafd.rosenheim.tk/events/alter-wein-in-neuen-schlaeuchen-der-antifeminismus-von-afd-und-neuer-rechter/


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