Archiv für Februar 2020

Rechtsextremismus Band 3: Geschlechterreflektierte Perspektiven unser Monatsbuch März

Die jüngsten rechtsextremen Anschläge, selbstbewussten Angriffe auf die Zivilgesellschaft durch die AfD und öffentlich gewordenen neonazistische Netzwerke machen nur deutlich, was sich schon seit langem ein Erstarken des Rechtsextremismus abzeichnet.
Die Bedeutung von Geschlecht und Geschlechterhierarchie ist für das rechtsextreme Gesellschaftsbild unter anderem ein grundlegendes Thema. Aus einer Abwehr der Öffnung der Gesellschaft entstand so z.B. die „Demo für Alle“ die sich ursprünglich gegen gelehrte Diversität in der Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen wand. Die Angst vor dem „Genderterror“ hat sich seit dem mit der Hilfe der AfD bis in einen öffentlichen Diskurs ausgeweitet. Mit dem Buch des Monats März wollen wir zum Frauen*kampftag mit diesem Buch das Thema Rechtsextremismus und Geschlechterbilder aufgreifen.
Rechtsextremismus
Band 3: Geschlechterreflektierte Perspektiven

Band 3 der von der Wiener Forschungsgruppe -Ideologien und Politiken der Ungleichheit herausgegebenen Rechtsextremismus-Reihe befasst sich mit Verhandlungen von Geschlecht im Rechtsextremismus. Der Band versucht sowohl einen Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand zu geben als auch auf bislang kaum bearbeitete Themenaspekte und Akteur*innen einzugehen. Dazu gehören etwa Phänomene wie die aktive Partizipation von Trans*-Personen innerhalb des rechtsextremen Spektrums oder auch die grundlegende Inter- und Trans*-Feindlichkeit der Szene.
Weiter wird näher auf die Bedeutung von unterschiedlichen Männlichkeitskonstruktionen innerhalb der extremen Rechten eingegangen. Ein Fokus wird zudem auf antifeministische Mobilisierungen gelegt, die verstärkt eine Scharnierfunktion zu anderen Akteur*innen und Ungleichheitsideologien wie Antisemitismus und Rassismus bilden.

Das Buch ist als Buch des Monats März der Bibliothek_A am Eingang des Z ausgestellt und kann in der Bibliothek_A entliehen werden. Außerdem findet ihr es beim Konzert zum Frauen*kampftag am 7.3.2020 in der Vetternwirtschaft am Infotisch.

Das „offizielle Programm „Jetzt.Frauen.Machen.Jetzt.“ des„Aktionsbündnis Internationaler Frauentag Rosenheim findet Ihr hier:  https://www.rosenheim.de/stadt-buerger/aemter-und-dienststellen/gleichstellungsstelle/internationaler-frauentag/internationaler-frauentag.html
Des weiteren gibt es noch einige weitere feministische Veranstaltungen in und um Rosenheim:

-> So., 01.03.20 // 19:00 Uhr // Z, Linkes Zentrum, Innstr 45a, Rosenheim
Politischer Film zum Frauenkampftag
Dokumentarfilm über die Riot Grrrl Bewegung

-> Sa., 07.03.20 // 20:00 Uhr // Vetternwirtschaft, Oneraustr 2, Rosenheim
Konzert zum Frauenkampftag
mit elcassette, Dog Dimension, Erbsünde

-> So., 08.03.20 // 15 Uhr // Alter Markt, Salzburg
Demonstration zum feministischen Kampf·Tag. (FLIT* only)
8. März ist alle Tage – dies ist eine Kampfansage!

„Der Lebensborn e.V.“ unser Monatsbuch (Februar), passend zur Exkursion nach Steinhöring.

Im Rahmen der Max Mannheimer Kulturtage findet am kommenden Samstag (08.02.20) eine Exkursion mit dem Titel „Die Lebensborn-Kinder von Steinhöring“ statt. (Abfahrt Rosenheim: 12:15 Uhr | Kosten: 18.- Euro | Anmeldung erforderlich unter Tel.: 08061 7257 bzw. office@hollinger-bus.de) . Weitere Infos: HIER

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden das 2009 vom Kreisjugendring Ebersberg als Begleitbroschüre zur Ausstellung „Der Lebensborn e.V.“ erschienene Heft zu unserem Buch des Monats Februar zu machen.Auf 36 Seiten wurden alle Texte der Ausstellungstafeln inhaltlich erweitert und mit den Quellenangaben ergänzt.

Auf dem Gelände des Einrichtungsverbundes Steinhöring wurde in der Zeit des Nationalsozialismus das erste „Lebensborn“-Heim errichtet. Es existierte von 1936 bis 1945. Das damalige „Heim Hochland“ war Teil der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten. Die „Lebensborn“- Heime dienten dazu, dass als „reinrassisch“ eingestufte Frauen, die ledig
schwanger wurden, ihr Kind abgeschirmt von der Öffentlichkeit zur Welt bringen konnten. Die Kinder wurden dann zur Adoption freigegeben. Als Adoptiveltern kamen wiederum nur Paare in Frage, die den Ariernachweis erbrachten und überzeugte Nationalsozialisten waren. Während in Steinhöring Frauen, die dem arischen Idealbild entsprachen, bei der Geburt ihres Kindes unterstützt und völkisch gebildet wurden, wurden Menschen mit Behinderung aus den benachbarten Einrichtungen im Rahmen der T4 Aktion ermordet.
Um an die Folgen von rassistischem und ausgrenzendem Denken und Handeln zu erinnern, lädt der Historische Verein Bad Aibling und die Geschichtswerkstatt Rosenheim im Rahmen der Max Mannheimer-Kulturtage zu einem Rundgang auf dem Gelände mit Erläuterungen der Historikerin (und Autorin der oben erwähnten Ausstellung) Anna Bräsel ein.

Die Broschüre findet Ihr aktuell im „Buch des Monats“ Ständer und ansonsten in der Rubrik „ges – Geschichte“. Außerdem gibt es weitere Bücher zum Thema in der Bibliothek_A, z.B. von Anna Bräsel mit herausgegebene Buch „Kinder für den Führer – der Lebensborn in München“(2013) oder das von Dr. Georg Lilienthal im FISCHER Verlag veröffentlichte Buch „ Der »Lebensborn e. V.«: Ein Instrument nationalsozialistischer Rassenpolitik“ (2003).