Aufstand der Räte

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Aufstand der Räte
das nur noch antiquarisch erhältliche zweibändige Werk „Aufstand der Räte: die erste bayerische Räterepublik vom 7. April 1919“ (1989, 539 S. Trotzdem Verlag) ist unser Buch des Monats April. Seligmann schrieb in den Mitte der 1980er Jahre seine Doktorarbeit über die bayerische Räterepublik. Das Werk ist die bis heute die einzige umfassende Darstellung der Ereignisse vom 7. bis zum 13. April 1919, welche auch den Blick auf die Regionen außerhalb Münchens wirft. In der Arbeit zeigt er, dass Rosenheim/Kolbermoor ein Zentrum der Revolution in Oberbayern war. Leider fehlen die Erkenntnisse diese für das Thema zentralen Dissertation bei fast allen lokalhistorischen Publikationen zur Revolutions- und Rätezeit im Raum Rosenheim. Umso mehr freut es uns, dass Dr. Seligmann (Münster) auf Einladung der Geschichtswerkstatt am So 07. April nach Rosenheim kommt. Bei seinem Vortrag im „Strehles“ (Herzog-Otto-Str. 8 A) wird er speziell auf die Ereignisse in Rosenheim eingehen. Hier die komplette Veranstaltungsankündigung:

Geschichtlicher Vortrag von Dr. Seligmann am So 07. April im Stehles
Rosenheim in der bayerischen Räterepublik
Am Sonntag den 07.04.2019 referiert Dr. Michael Seligmann (Münster) auf Einladung der Geschichtswerkstatt zum Thema „Rosenheim in der bayerischen Räterepublik vom 7. April 1919“. Der Soziologe und Historiker schrieb Mitte der 1980er Jahre seine Dissertation über die erste bayerische Räterepublik. Sein zweibändiges Buch „Aufstand der Räte“ war die erste und ist bis heute die einzige umfassende Darstellung der Ereignisse vom 7. bis zum 13. April 1919. Bei seinem Vortrag im „Strehles“ (Herzog-Otto-Str. 8 A) wird er speziell auf die Ereignisse in Rosenheim eingehen.
„Bayern ist Räterepublik …“ ertönte es am 7. April 1919 überall in Bayern,das ein Schwerpunkt der Deutschen Revolution von 1918/19 war. In den Städten und Ortschaften von Lindau, Rosenheim und München im Süden Bayerns, Passau, Plattling und Landshut im Osten, Nürnberg in der Mitte bis Würzburg, Aschaffenburg und Hof im Norden verkündeten Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte die Übernahme der Regierung.
Über diese Zeit kann es kein „einfaches und trügerisch klares Bild geben, sondern nur ein komplexes Mosaik mit seinen Brüchen und Ungleichzeitigkeiten“ schrieb Dr. Michael Seligmann zum Erscheinen seines Buches im April 1989. Das Buch widmete er den Menschen, die damals die „halbherzige Demokratie von militärischen Gnaden“ zu einer radikaldemokratischen Republik weiter entwickeln wollten.
In München benannte der Zentralrat der bayerischen Räte eine „Regierung der Volksbeauftragten“. Zu denen, die sie proklamierten gehörten Männer und einige wenige Frauen aus der Mehrheits-SPD, der Unabhängigen SPD und der KPD. Zu den Gegnern der ersten bayerischen Räterepublik zählten Funktionäre der Mehrheits-SPD und auch der KPD. So waren die Tage dieser ersten Räterepublik gezählt, die zweite kommunistische verteidigte ihre Ideen wenige weitere Wochen lang mit der Waffe gegen heranrückende Reichstruppen. Die Ausrufung der Räterepublik war ohne Blutvergießen verlaufen; wohingegen die Angriffe der Gegner schon nach wenigen Tagen die ersten Toten forderten.
Menschen aus Rosenheim und Kolbermoor wurden zu antreibenden Motoren im räterepublikanischen Bayern: die Betriebe blieben am 7. April geschlossen, die Zeitungen erschienen nicht. Am Nachmittag des gleichen Tages trafen sie sich zur Volksversammlung auf der Loretowiese.
Der Vortrag wird die bewegten Tage wieder aufleben lassen. Er wird auch darüber nachdenken, wie wir unsere Geschichte aus dem jeweiligen „Heute“ immer wieder neu erzählen.
Die Veranstaltung wird von der Geschichtswerkstatt Rosenheim in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein organisiert und beginnt um 19:00 Uhr im Bioladen „strehles“ (Herzog-Otto-Str. 8A, im Innenhof). Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: revolution.rosenheim.tk


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