Archiv für Mai 2014

Klassismus – Unser Buch des Monats Juni

Klassismus ist ein bislang noch wenig bekannter Begriff zur Bezeichnung der individuellen, institutionellen und kulturellen Diskriminierung und Unterdrückung aufgrund des tatsächlichen, vermuteten oder zugeschriebenen sozial- oder bildungspolitischen Status´. Menschen in Armutsverhältnissen wird zum Beispiel gewalttätiges Verhalten oder Alkoholismus stereotyp unterstellt und medial inszeniert, obwohl diese Phänomene klassenübergreifend gleichermaßen vorkommen. Der Begriff Klassismus beschreibt die Erfahrung persönlicher Diskriminierung von Menschen als gesellschaftliches, strukturelles Problem. Damit ergänzt und überschneidet er sich mit der Analyse von Rassismus, Sexismus und anderen Diskriminierungsformen.
Unser Buch des Monats Juni ist deshalb das bereits im Jahr 2009 im Unrast Verlag erschienene Buch „Klassismus – Eine Einführung“ von Andreas Kemper und Heike Weinbach. Die VerfasserInnen beschreiben die Ursprünge des Klassismusbegriffs und seine Alltags- und Widerstandspraxen in den USA und zeigen die politischen Anschlussfähigkeiten im Kontext der Bundesrepublik auf.
Als Rezesion empfehlen wir den Text von Sebastian Friedrich auf kritisch lesen, darin heißte es u.a.:

Der Begriff Klassismus ist im deutschsprachigen Raum kaum bekannt – ganz anders in den USA: Die Lesbengruppe „The Furies“ etwa verwendeten den Begriff erstmals in den 1970ern in ihren Texten, um als Arbeiter_innentöchter ihre soziale Herkunft zu thematisieren. Marxistische Ansätze, die den Klassenwiderspruch zum Hauptwiderspruch deklarierten und somit etwa Sexismus und Rassismus nur als Unterkategorien betrachteten, lieferten für die Aktivist_innen auf viele Fragen nur unbefriedigende Antworten. (…)
Nach der scharf skizzierten Einführung folgen bei Kemper/Weinbach Kapitel über verschiedene US-amerikanische Theorien, historische Widerstandskulturen und Verbindungen zur Psychoanalyse. Sehr anschaulich ist die Betrachtung der Unterdrückungsform Klassismus im Lichte aktueller „umstrittener Felder“ im letzten und ausführlichsten Teil. (…)
Das Buch eignet sich nach wie vor hervorragend als Einführung in die Diskussionen um Klassismus.“

(Weiterlesen: http://www.kritisch-lesen.de/rezension/antiklassistische-perspektiven)

Weiter Informationen gibt es auch auf der Website von Andreas Kemper: www.klassismus.de

Das Buch kann ab so­fort im Z durch­ge­blät­tert und ge­le­sen wer­den. Derzeit fin­det ihr es auf dem „Buch des Mo­nats“ Stän­der, anschlöießend ist es wieder unterder Si­gna­tur „the-K 2“ in der Bi­blio­the­k_A.

Au­to­r*in:Andreas Kemper, Heike Weinbach
Titel: Klassismus
Un­ter­ti­tel: Eine Einführung
ISBN 978-3-89771-467-0
Erscheinungsdatum: Juli 2009
Seiten: 188
Ver­lag: Unrast
Preis: 13,00 €

Buch des Monats Mai- Paul Lafargue „Recht auf Faulheit“

Der 1.Mai ist ja bekanntermaßen der Kampftag der Arbeiter*innenklasse. Rund ums Thema Arbeiten, oder eben nicht Arbeiten, drehte sich auch der politische Film „Frohes Schaffen“ des Monats Mai der infogruppe rosenheim. Mit dem Buch des Monats Mai möchte sich die Bibliothek_A dieser Thematik anschließen. Sie wählte hierfür das Buch „Recht auf Faulheit“ von Paul Lafargue.

Auf der Seite des Trotzdem Verlag(http://www.trotzdem-verlag.de/node/17) heißt es zum Inhalt des Buches: In seiner erstmals 1883 erschienenen Polemik kritisiert Paul Lafargue die Vorstellung von Arbeit als Selbstzweck. Angesichts der zunehmenden Zwangsverpflichtung von Arbeitslosen zu vorgeblich »gemeinnütziger Arbeit«, sinkender Reallöhne und immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen kommt seiner Vision von »Muße und Freiheit« große Aktualität zu. Wer nicht länger einsieht, für die Profite der Konzerne den Buckel krumm zu machen, findet im »Recht auf Faulheit« Ansätze, den tradierten Denkmuster zu entkommen. Obschon bereits im 19. Jahrhundert geschrieben, hat der Text auch in der aktuellen Diskussion um die Arbeit und ihre Bedingungen noch immer eine grundlegende Bedeutung.

Auf der Seite des Verlages kann auch ein Inhaltsverzeichnis des Buches, sowie ein Probekapitel heruntergeladen werden.

Das Buch kann ab sofort im Z durchgeblättert und gelesen werden. Momentan findet ihr es auf dem „Buch des Monats“ Ständer, und zukünftig mit der Signatur *** in der Bibliothek_A.