Rechtsextremismus Band 3: Geschlechterreflektierte Perspektiven unser Monatsbuch März

Die jüngsten rechtsextremen Anschläge, selbstbewussten Angriffe auf die Zivilgesellschaft durch die AfD und öffentlich gewordenen neonazistische Netzwerke machen nur deutlich, was sich schon seit langem ein Erstarken des Rechtsextremismus abzeichnet.
Die Bedeutung von Geschlecht und Geschlechterhierarchie ist für das rechtsextreme Gesellschaftsbild unter anderem ein grundlegendes Thema. Aus einer Abwehr der Öffnung der Gesellschaft entstand so z.B. die „Demo für Alle“ die sich ursprünglich gegen gelehrte Diversität in der Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen wand. Die Angst vor dem „Genderterror“ hat sich seit dem mit der Hilfe der AfD bis in einen öffentlichen Diskurs ausgeweitet. Mit dem Buch des Monats März wollen wir zum Frauen*kampftag mit diesem Buch das Thema Rechtsextremismus und Geschlechterbilder aufgreifen.
Rechtsextremismus
Band 3: Geschlechterreflektierte Perspektiven

Band 3 der von der Wiener Forschungsgruppe -Ideologien und Politiken der Ungleichheit herausgegebenen Rechtsextremismus-Reihe befasst sich mit Verhandlungen von Geschlecht im Rechtsextremismus. Der Band versucht sowohl einen Überblick über den gegenwärtigen Forschungsstand zu geben als auch auf bislang kaum bearbeitete Themenaspekte und Akteur*innen einzugehen. Dazu gehören etwa Phänomene wie die aktive Partizipation von Trans*-Personen innerhalb des rechtsextremen Spektrums oder auch die grundlegende Inter- und Trans*-Feindlichkeit der Szene.
Weiter wird näher auf die Bedeutung von unterschiedlichen Männlichkeitskonstruktionen innerhalb der extremen Rechten eingegangen. Ein Fokus wird zudem auf antifeministische Mobilisierungen gelegt, die verstärkt eine Scharnierfunktion zu anderen Akteur*innen und Ungleichheitsideologien wie Antisemitismus und Rassismus bilden.

Das Buch ist als Buch des Monats März der Bibliothek_A am Eingang des Z ausgestellt und kann in der Bibliothek_A entliehen werden. Außerdem findet ihr es beim Konzert zum Frauen*kampftag am 7.3.2020 in der Vetternwirtschaft am Infotisch.

Das „offizielle Programm „Jetzt.Frauen.Machen.Jetzt.“ des„Aktionsbündnis Internationaler Frauentag Rosenheim findet Ihr hier:  https://www.rosenheim.de/stadt-buerger/aemter-und-dienststellen/gleichstellungsstelle/internationaler-frauentag/internationaler-frauentag.html
Des weiteren gibt es noch einige weitere feministische Veranstaltungen in und um Rosenheim:

-> So., 01.03.20 // 19:00 Uhr // Z, Linkes Zentrum, Innstr 45a, Rosenheim
Politischer Film zum Frauenkampftag
Dokumentarfilm über die Riot Grrrl Bewegung

-> Sa., 07.03.20 // 20:00 Uhr // Vetternwirtschaft, Oneraustr 2, Rosenheim
Konzert zum Frauenkampftag
mit elcassette, Dog Dimension, Erbsünde

-> So., 08.03.20 // 15 Uhr // Alter Markt, Salzburg
Demonstration zum feministischen Kampf·Tag. (FLIT* only)
8. März ist alle Tage – dies ist eine Kampfansage!

„Der Lebensborn e.V.“ unser Monatsbuch (Februar), passend zur Exkursion nach Steinhöring.

Im Rahmen der Max Mannheimer Kulturtage findet am kommenden Samstag (08.02.20) eine Exkursion mit dem Titel „Die Lebensborn-Kinder von Steinhöring“ statt. (Abfahrt Rosenheim: 12:15 Uhr | Kosten: 18.- Euro | Anmeldung erforderlich unter Tel.: 08061 7257 bzw. office@hollinger-bus.de) . Weitere Infos: HIER

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden das 2009 vom Kreisjugendring Ebersberg als Begleitbroschüre zur Ausstellung „Der Lebensborn e.V.“ erschienene Heft zu unserem Buch des Monats Februar zu machen.Auf 36 Seiten wurden alle Texte der Ausstellungstafeln inhaltlich erweitert und mit den Quellenangaben ergänzt.

Auf dem Gelände des Einrichtungsverbundes Steinhöring wurde in der Zeit des Nationalsozialismus das erste „Lebensborn“-Heim errichtet. Es existierte von 1936 bis 1945. Das damalige „Heim Hochland“ war Teil der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten. Die „Lebensborn“- Heime dienten dazu, dass als „reinrassisch“ eingestufte Frauen, die ledig
schwanger wurden, ihr Kind abgeschirmt von der Öffentlichkeit zur Welt bringen konnten. Die Kinder wurden dann zur Adoption freigegeben. Als Adoptiveltern kamen wiederum nur Paare in Frage, die den Ariernachweis erbrachten und überzeugte Nationalsozialisten waren. Während in Steinhöring Frauen, die dem arischen Idealbild entsprachen, bei der Geburt ihres Kindes unterstützt und völkisch gebildet wurden, wurden Menschen mit Behinderung aus den benachbarten Einrichtungen im Rahmen der T4 Aktion ermordet.
Um an die Folgen von rassistischem und ausgrenzendem Denken und Handeln zu erinnern, lädt der Historische Verein Bad Aibling und die Geschichtswerkstatt Rosenheim im Rahmen der Max Mannheimer-Kulturtage zu einem Rundgang auf dem Gelände mit Erläuterungen der Historikerin (und Autorin der oben erwähnten Ausstellung) Anna Bräsel ein.

Die Broschüre findet Ihr aktuell im „Buch des Monats“ Ständer und ansonsten in der Rubrik „ges – Geschichte“. Außerdem gibt es weitere Bücher zum Thema in der Bibliothek_A, z.B. von Anna Bräsel mit herausgegebene Buch „Kinder für den Führer – der Lebensborn in München“(2013) oder das von Dr. Georg Lilienthal im FISCHER Verlag veröffentlichte Buch „ Der »Lebensborn e. V.«: Ein Instrument nationalsozialistischer Rassenpolitik“ (2003).

„Max Mannheimer – Überlebender, Künstler, Lebenskünstler“ – Monatsbuch Jan

In Bad Aibling starten morgen (Fr. 24.01.20) die Max-Mannheimer-Kulturtage Bad Aibling 2020 unser Buch des Monats ist deshalb das 2011 im Volk Verlag erschienene Buch:
„Max Mannheimer – Überlebender, Künstler, Lebenskünstler: Ausgewählte Reden und Schriften von und über Max Mannheimer“

In der Buchbeschreibung heißt es:

Theresienstadt, Auschwitz, das Warschauer Ghetto, Dachau – diese Orte stehen in aller Welt für die Gräueltaten des Nationalsozialismus. Max Mannheimer hat sie überlebt. Seit nunmehr 25 Jahren tritt er als Zeitzeuge vor Schulklassen, Jugendliche und Erwachsene und leiht den Opfern des Holocaust sein Gesicht und seine Stimme. Max Mannheimer ist aber viel mehr als ein Zeitzeuge: Sein ungebrochener Sinn für Humor, sein Charme und seine ausdrucksstarke Malerei sind die Facetten einer eindrucksvollen Persönlichkeit.

Im Z findet Ihr das Buch aktuell im „Buch des Monats“ Ständer und ansonsten unter der „bio-M 1“ in der Rubrik „Biographien, Personen“. Und hier noch eine Übersicht der diesjährigen Veranstaltungen im Rahmen der Max-Mannheimer-Kulturtage Bad Aibling 2020
Weitere Infos gibt es unter: http://max-mannheimer-kulturtage.de/

Aufstand der Räte

aufstand
Aufstand der Räte
das nur noch antiquarisch erhältliche zweibändige Werk „Aufstand der Räte: die erste bayerische Räterepublik vom 7. April 1919“ (1989, 539 S. Trotzdem Verlag) ist unser Buch des Monats April. Seligmann schrieb in den Mitte der 1980er Jahre seine Doktorarbeit über die bayerische Räterepublik. Das Werk ist die bis heute die einzige umfassende Darstellung der Ereignisse vom 7. bis zum 13. April 1919, welche auch den Blick auf die Regionen außerhalb Münchens wirft. In der Arbeit zeigt er, dass Rosenheim/Kolbermoor ein Zentrum der Revolution in Oberbayern war. Leider fehlen die Erkenntnisse diese für das Thema zentralen Dissertation bei fast allen lokalhistorischen Publikationen zur Revolutions- und Rätezeit im Raum Rosenheim. Umso mehr freut es uns, dass Dr. Seligmann (Münster) auf Einladung der Geschichtswerkstatt am So 07. April nach Rosenheim kommt. Bei seinem Vortrag im „Strehles“ (Herzog-Otto-Str. 8 A) wird er speziell auf die Ereignisse in Rosenheim eingehen. Hier die komplette Veranstaltungsankündigung:

Geschichtlicher Vortrag von Dr. Seligmann am So 07. April im Stehles
Rosenheim in der bayerischen Räterepublik
Am Sonntag den 07.04.2019 referiert Dr. Michael Seligmann (Münster) auf Einladung der Geschichtswerkstatt zum Thema „Rosenheim in der bayerischen Räterepublik vom 7. April 1919“. Der Soziologe und Historiker schrieb Mitte der 1980er Jahre seine Dissertation über die erste bayerische Räterepublik. Sein zweibändiges Buch „Aufstand der Räte“ war die erste und ist bis heute die einzige umfassende Darstellung der Ereignisse vom 7. bis zum 13. April 1919. Bei seinem Vortrag im „Strehles“ (Herzog-Otto-Str. 8 A) wird er speziell auf die Ereignisse in Rosenheim eingehen.
„Bayern ist Räterepublik …“ ertönte es am 7. April 1919 überall in Bayern,das ein Schwerpunkt der Deutschen Revolution von 1918/19 war. In den Städten und Ortschaften von Lindau, Rosenheim und München im Süden Bayerns, Passau, Plattling und Landshut im Osten, Nürnberg in der Mitte bis Würzburg, Aschaffenburg und Hof im Norden verkündeten Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte die Übernahme der Regierung.
Über diese Zeit kann es kein „einfaches und trügerisch klares Bild geben, sondern nur ein komplexes Mosaik mit seinen Brüchen und Ungleichzeitigkeiten“ schrieb Dr. Michael Seligmann zum Erscheinen seines Buches im April 1989. Das Buch widmete er den Menschen, die damals die „halbherzige Demokratie von militärischen Gnaden“ zu einer radikaldemokratischen Republik weiter entwickeln wollten.
In München benannte der Zentralrat der bayerischen Räte eine „Regierung der Volksbeauftragten“. Zu denen, die sie proklamierten gehörten Männer und einige wenige Frauen aus der Mehrheits-SPD, der Unabhängigen SPD und der KPD. Zu den Gegnern der ersten bayerischen Räterepublik zählten Funktionäre der Mehrheits-SPD und auch der KPD. So waren die Tage dieser ersten Räterepublik gezählt, die zweite kommunistische verteidigte ihre Ideen wenige weitere Wochen lang mit der Waffe gegen heranrückende Reichstruppen. Die Ausrufung der Räterepublik war ohne Blutvergießen verlaufen; wohingegen die Angriffe der Gegner schon nach wenigen Tagen die ersten Toten forderten.
Menschen aus Rosenheim und Kolbermoor wurden zu antreibenden Motoren im räterepublikanischen Bayern: die Betriebe blieben am 7. April geschlossen, die Zeitungen erschienen nicht. Am Nachmittag des gleichen Tages trafen sie sich zur Volksversammlung auf der Loretowiese.
Der Vortrag wird die bewegten Tage wieder aufleben lassen. Er wird auch darüber nachdenken, wie wir unsere Geschichte aus dem jeweiligen „Heute“ immer wieder neu erzählen.
Die Veranstaltung wird von der Geschichtswerkstatt Rosenheim in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein organisiert und beginnt um 19:00 Uhr im Bioladen „strehles“ (Herzog-Otto-Str. 8A, im Innenhof). Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: revolution.rosenheim.tk

05.02.19: Szenische Lesung und Vortrag von Leonhard F. Seidl im Z

Grundlagen für ein neues Leben – Der Anarchosyndikalist Fritz Oerter
Am Dienstag 05.02.19 kommt der Schriftsteller Leonhard F. Seidl nach Rosenheim und stellt das Leben und Wirken des Anarchosyndikalist Fritz Oerter vor. Der Anti-Kriegs-Aktivist“ Fritz Oerter wäre dieses Jahr 150 Jahre alt geworden. In seiner Leihbücherei in Fürth wollte er Literatur allen zugänglich machen, in seinen Texten kämpfte er für eine gerechte und gewaltfreie Welt. Seidl zeichnet seinen Lebensweg über seinen Besuch bei der Feministin Emma Goldmann in New York bis zu seinem Tod 1935 in Gedichten, Texten und Bildern: kurzweilig, informativ und voller Anekdoten.

Die von der Bibliothek_A organisierte Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Rosenheimer linken Zentrum „Z“ (Innstr 45a). Der Eintritt ist frei