Do, 12.10.: Fronten – Krimilesung und Gespräch mit dem Autor Leonhard F. Seidl

Am Donnerstag, dem 12. Oktober, kommt der Schriftsteller Leonhard F. Seidl nach Rosenheim und liest aus seinem aktuellen Krimi „Fronten“.Das Buch, erschienen bei Edition Nautilus, ist ein Kriminalroman nach einem wahren Fall: Ein bosnischer Waffensammler läuft Amok, ein »Reichsbürger« sinnt auf Rache und eine muslimische Ärztin gerät zwischen die Fronten.

Lesung Fronten Rosenheim (mehr…)

Buch des Monats Juli: Oskar Maria Graf – „Wir sind Gefangene“

Heute wäre der Schriftsteller Oskar Maria Graf 123 Jahre alt geworden, deshalb präsentieren wir seinen autobiographischen Roman „Wir sind Gefangene“ als Buch des Monats. Oskar Maria Graf verstand sein Schreiben stets als politische Handlung, schrieb früh gegen den Nationalsozialismus an, setzte sich im amerikanischen Exil für den antifaschistischen Kampf ein und beobachte ab 1945 kritisch die politischen Entwicklungen in der Bundesrepublik. Dies ließ ihn auch seine Rückkehr nach Deutschland überdenken: „Hierbleiben? Auf keinen Fall. Ich könnte hier nicht atmen, wo die Mehrheit so satt und selbstzufrieden dahinlebt. Die Situation hier erinnert mich geradezu unheimlich an die Jahre vor 1933!“ (1958, im Gespräch mit seinem Lektor Hans Dollinger) Seinen literarischen Durchbruch hatte er 1927 mit „Wir sind Gefangene“, der Schilderung seiner Kindheit und Jugend bis zu seinen Erlebnissen in der Revolution in München 1918/19. Rückblickend schreibt er über den Erfolg seines Buches: „Jetzt auf einmal fing ich an, gründlich über mich und meine Stellung in der Literatur nachzudenken und landete stets bei der bedrängenden Frage: “ Für was und für wen schreibt man? Ist der Schriftsteller nur da, um höchste Sprachmeisterschaft zu erreichen, um mit subtilster Kenntnis der Psychologie irgendwelche Fälle des wirklichen Lebens verständlich zu machen und seine Leserschaft durch die Kunst seines Erzählertums zu faszinieren, oder besteht seine Aufgabe nicht vielmehr darin, mit seinen Schreiben das Unrecht auf der Welt, wo immer es sich auch zeigt, zu bekämpfen, die Menschen für soziale und moralische Einsichten empfänglich und für sich selbst verantwortlich zu machen, jeden Krieg als Verbrechen zu brandmarken, und auf Gefahr hin, ein Leben lang verkannt und verdächtigt zu werden, stets einer Gesellschaftsordnung das Wort zu reden, in welcher gleiches Recht für jeden gilt und die Freiwilligkeit zur Einordnung in das Ganze schließlich zur sittlichen Regel wird?“ Von da ab wurde mir klar, dass ich nur noch ein Schriftsteller im letzteren Sinn, also zeitlebens ein sogenannter „engagierter“ Schriftsteller sein konnte, dessen Talent zugleich eine unabdingbare menschliche und soziale Verpflichtung war.“ (Oskar Maria Graf, Vorwort zur Neuauflage des Romans, 1965)

Zu Finden ist das Buch unter der Signaturen „bel-G 2″ (linke Belletristik) bei uns in der Bibliothek_­A

Buch des Monats April: „Meine 7 Väter -Als Partisan gegen Hitler und Mussolini“

Am Dienstag, 28.3.2017 kommt Adelmo Cervi ( Reggio Emilia, Italien) nach Rosenheim und stellt sein Buch „Meine 7 Väter -Als Partisan gegen Hitler und Mussolini“ vor. Deshalb haben wir uns entschieden unser Buch des Monats April bereits einige Tage früher zu präsentieren. Also unser Buch des Monats ist das 2016 im Mandelbaum Verlag erschienene Buch „Meine 7 Väter“:

Ein Sohn, der selbst in die Jahre gekommen ist, begibt sich auf die Spurensuche nach seinem Vater und dessen sechs Brüdern. Ihr Schicksal zählt zu den großen Kapiteln der italienischen Resistenza, des Widerstands gegen den Faschismus und die Besatzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht zwischen 1943 und 1945.
Mit ihrer Hinrichtung wurden diese Männer zu Symbolfiguren des Antifaschismus. Doch der Sohn, der seinen Vater nie bewusst kennengelernt hat, will die Geschichte abseits dieses Mythos erzählen und erweckt so das posthum errichtete Denkmal zu neuem Leben. Dabei gibt er einen sehr persönlichen Einblick in den Alltag, das Denken und Handeln dieser bäuerlichen Familie zwischen Kirche und Kommunismus.

Für die Lesung kommt Adelmo Cervi, der Sohn von Aldo Cervi, dem politischen Kopf der „Banda Cervi“ nach Rosenheim. Zum Zeitpunkt der Hinrichtung seines Vaters und dessen Brüder war er gerade einmal vier Monate alt. Heute lebt der 74 jährige als Pensionist in Reggio Emilia und widmet sich mit voller Kraft der Aufgabe, die Erinnerung an die Resistenza wachzuhalten. Die Veranstaltung welche von der infogruppe rosenheim in Kooperation mit der Bibliothek_A und dem Kurt-Eisner-Verein organisiert wird findet im „Z – linken Zentrum“ in der Innstraße 45a statt. Sie beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Adelmo Cervi
Meine 7 Väter
Als Partisan gegen Hitler und Mussolini aufgezeichnet von Giovanni Zucca, übersetzt von Gernot Trausmuth
422 Seiten
Format 12 × 17
englische Broschur
19.90 €
ISBN: 978385476-652-0
Erscheinungstermin März 2016

Im Z kann das Buch auch ab sofort durchgeblättert werden. Momentan findet ihr es auf dem „Buch des Monats“ Ständer, und dann zukünftig mit der Signatur „???“ in der Bibliothek_A.

Lesung mit Adelmo Cervi am Dienstag, 28.3.2017


Bibliothek_A präsentiert Lesung mit Adelmo Cervi am Dienstag, 28.3.2017

Am Dienstag, den 28.03.2017, kommt Adelmo Cervi (Reggio Emilia, Italien) nach Rosenheim und stellt sein Buch „Meine 7 Väter – Als Partisan gegen Hitler und Mussolini“ vor.

Die Familie Cervi ist eine antifaschistische Familie in der italienischen Region Reggio Emilia. Ihr Hof war zu Zeiten des Faschismus Anlaufstelle für viele Flüchtlinge. Darunter italienische Soldaten ebenso wie politische Gefangene und italienische Kriegsgefangene, die nach dem Sturz Mussolinis aus den Gefängnissen fliehen konnten.

Nach der Besatzung Italiens am 8. September 1943 durch die Deutschen organisierten unter anderem die Cervis den bewaffneten Widerstand und Anfang Oktober gehen die sieben Cervi-Brüder als Partisanen in die Berge.

Nach verschiedenen Aktionen in den Bergen und der Poebene werden die Brüder vom faschistischen Militär festgenommen und der Cervi-Hof angezündet. Als Racheaktion an einer erfolgreichen Partisan*innenaktion, bei der zwei bedeutende faschistische Militärs getötet wurden, werden am 28. November 1943 die sieben Cervi Brüder und ein Genosse hingerichtet.

Adelmo Chervi ist der Sohn von Aldo Cervi, einer der hingerichteten Brüder. Er erinnert an die Geschichte seiner Familie.

Die Lesung mit Adelmo Cervi ist der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe zum Thema `„…kommt nehmt mich mit euch“ Partisan*innenwiderstand gegen Nazideutschland´ die von der infogruppe rosenheim in Kooperation mit der Bibliothek_A und dem Kurt-Eisner-Verein organisiert wird. Die Lesung findet im Z – linkes Zentrum, Innstraße 45a um 19:30 Uhr statt, der Eintritt ist frei.

Die Bib_A wächst!

In letzter Zeit haben einige interessante Bücher den Bestand der Bibliothek_A erweitert. Einerseits haben wir alle fehlenden Bücher der Grundlagenreihe theorie.org bestellt.
Außerdem aus dem Schmetterlingsverlag das Buch Thule von Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle. Es beschäftigt sich mit völkischen Mythologien und der Symbolsprache heutiger Rechtsextremisten.
Aus dem dampfboot-verlag gibt es bei uns jetzt außerdem noch die folgenden Bücher:
Bither Somersan – Feminismus in der Türkei
Ilker Atac – Ökonomische und politische Krisen in der Türkei
Sinan Özbek – Schriften zur praktischen Philosophie am Beispiel der Türkei
Ilker Atac/Bülent Kücük/Ulas Sener (Hrsg.) – Perspektiven auf die Türkei
Barbara M. C. Knieper – Zur Kritik einer westlichen Familienplanung in Afrika

Aus der Zeitschrift Widersprüche haben wir die beiden Bände
131 Wem hilft die Kinder- und Jugendhilfe? II
132 Soziale Arbeit: kritisch – reflexiv – radikal

Viel Spass, beim Lesen und Schmökern!